Wöchentlicher Tagesblog des Monats
15. Mai 2012
Die Vereinigung jiddischer Polizisten.
Was könnte das wohl sein?
Im allerersten Moment hegte ich den Verdacht, es müsse sich dabei um eine geheime Bewegung weltweit verschworener Gesetzeshüter handeln, die abseitige Ziele in Richtung Weltherrschaft verfolgen. Aber nein, tatsächlich handelt es sich um den deutschen Titel eines ungemein unterhaltsamen, halbfiktiven Kriminalromanes, geschrieben von Pulitzer Preisträger Michael Chabon, dessen Antagonisten abseitige Ziele in Richtung Weltherrschaft verfolgen.
Detectiv Meyer Landsman, eine Art jüdischer ‘Dirty Harry’, ärgert sich über einen Mörder, der die Dreistigkeit besessen hat, ihm die Arbeit direkt ins eigene Heim zu tragen. Genauer gesagt in das Hotel, das er Mangels besserer Beschreibung sein Zuhause nennt.
Mit Ex-Frau und seinem halbindianischen Cousin als besten Freund ausgestattet, versucht Landsmann, trotz aller wiedirger Umstände seine Arbeit zu erledigen. Und das ausgerechnet in Alaska.
Ich kann jedem mit Hang zu skurrielen Krimis nur raten, ein Blick in die Leseprobe zu werfen, die zweifelsohne irgendwo im Netz zu finden ist.
14. Mai 2012
Am Freitag wird mein Sohn seinen Geburtstag feiern. Für ihn ist das natürlich eine große Sache. Für mich auch. Wie jedes Jahr lebe ich schon Wochen vorher in der schweißtreibenden Vorstelung, das Pensum an notweniger Vorbereitung für dieses Jahresevent nie und nimmer rechtzeitig bewältigen zu können. In diesem Jahr werden er und seine Freunde Ritter sein und ein planmäßig in Schwierigkeiten geratenes Burgfäulein aus den Klauen mysteriöser Märchenfiguren erretten. Im Stillen stelle ich mir die Frage, wer mich wohl retten wird und ob das Fräulein eventuell bereit wäre zu tauschen. Nun denn, auf zur fröhlichen Jagd nach Schwertern, Schokoladenkuchen und Kartoffelsalat.
Hallali!
13. Mai 2012
Muttertag.
Nachdem ich in den letzten beiden Tagen sehr gesund von Kopfschmerztabletten gelebt habe, freue ich mich, heute mit einem glasklaren Blick auf meine vernebelte Welt aufgewacht zu sein. Und zwar mehrfach, so ab Mitternacht in schöner Regelmäßigkeit alle halbe Stunde. Als ich mich dann nach einem Albtraum voller Kleinkindergequengel (der sich später als schreckliche Realität materialisierte) vor einer Tasse Kaffee und dem rödelnden Rechner wieder fand, begrüßte mich mein Mann mit den Worten: Ab an den Frühstückstisch.’
Ja gut, gedeckt werden muss er auch noch. Meine zaghaften Hinweise auf eine Nacht voller interessanter Erfahrungen und das hoffnungsvoll genuschelte Wort ‘Muttertaag???’ sorgten immerhin dafür, dass sein Entschluss, mich zur Aktivität zu bewegen, für den Bruchteil einer New Yorker Sekunde ins Wanken geriet.
Das Frühstück haben wir inzwischen erfolgreich absolviert, die Küche in ein Kinderzimmer für spontan generierte neue Lebensformen mit wenig oder gar keinen Ansprüchen verwandelt. Und jetzt versuche ich seit einer halben Stunde meinen Sohn dazu zu bewegen, sich endlich anzuziehen.
Was war doch gleich heute für ein Tag?
10. Mai 2012
Spam ist Kopfsache.
Liebe Kopfhörerfreunde, oder Freunde von Freunden von derartigen Artikeln oder einfach nur: Hallo, liebe Verkäufer und notleidende Spamer. Ihr alle seid hiermit entschuldigt. Akismet schmeißst ohnehin jeden Kommentar raus, der auch nur einigermaßen suspekt erscheint.
Ich möchte mich hiermit für eure unerschütterliche Treue bedanken. Wer weiß, ob Regirama ohne euch überhaupt von jemandem gelesen würde, speziell ohne den offenbar schmerzlich vermissten Button mit dem dolchartigen ‘F’.
Und endlich, lieber Kopfhörer-Paul/Iskam/Wassili (sorry, ich habe die Namen alle gelöscht, bevor ich sie mir merken konnte), endlich durte ich mal ein paar deutsche und vor allem kreativere Spams löschen. Nicht ständig nur handtaschenbilligaufmeinerseite.uk oder so.
Natürlich wäre ein konkreter Bezug zu dem gelobten Artikel (und dann auch noch ausgerechnet der ohne Titel vom Doktor, das war vielleicht ein Fehler …) sehr wünschenswert gewesen. Womöglich hätte ich einen deratigen Kommentar sogar damit belohnt, ihn trotz unsäglich dämlicher Werbeadresse stehen zu lassen. Als gutes Beispiel, für die Kollegen, sozusagen.
Herzliche Grüße
eure admin
9. Mai 2012
Smal Talk.
Kann nicht jeder. Manche schaffen das locker aus dem Handgelenk, aber mir fällt immer nur das Wetter ein.
Vorhin bin ich einer wahren Meisterin begegnet. Die schleppte ihren Wauzi an der Leine hinter sich her wie ein Hafenlotse einen leckgeschlagenen Seelenverkäufer. Gleichzeitig baumelte sie selbst an der Strippe und teilte einem leidgeprüften Endverbraucher per Satelit ihre Ansichten über Gott und Parkverbotssünder mit. Ich vermute, der Empfänger hatte sich längst abgesetzt und seinen Papagei die Stellung halten lassen, denn bei der buchstäblich atemberaubenden Leiergeschwindigkeit kann keine Verbindung der Welt mehr als jedes zweite Wort erfasst haben.
Vermutlich existiert jetzt irgendwo auf der Welt ein verzweifelter Papagei, der flügelringend versucht, über Festnetz den Tierschutzverein zu alarmieren.
8. Mai 2012
(pünktlich)
Tomaten.
Ich liebe Tomaten. Die Dinger schmecken klasse (naja, die meisten) und sind nicht nur vielseitig, sondern angeblich auch noch gesund. (Was bleibt ihnen auch anderes übrig? Sie sind schließlich nicht krankenversichert.) Laut aktueller Kenntnis der Ernährungswissenschaft sind Tomaten gesunder, je mehr sie aufgearbeitet wurden. Dem zufolge wäre dann dreifach konzentriertes Tomatenmark, zu Ketchup verarbeitet, ein aphothekenpflichtiges Wunderheilmittel.
Einmal haben Wissenschaftler versucht zu beweisen, dass Pizza (als Vertreter von Fast-Food) das Herzinfarktrisiko erhöht. Die Studie ergab, dass sie stattdessen das Krebsrisiko mindert. Noch mehr kann man wohl kaum von einem unscheinbaren Gemüse erwarten.
Warum also, frage ich mich, warum wollen die verdammten Gören ums verrecken keine verdammten Tomaten futtern???
7. Mai 2012
(Nachtrag)
Der Fuchs war wieder da. Latscht gemächlich an mir vorbei wie ein gelangweilter Dackel. Hab ihm einen guten Abend gewünscht, da ist er stehen geblieben. Hat mich angestarrt als fragte er sich, wo ich so plötzlich hergekommen sei. Naja, der jüngste ist er halt nicht mehr. Ist dann aber schnell weiter, der Gute. Hatte wohl noch eine Verabredung mit ein paar dicken, fetten Ratten.
Hat sich nichtmal verabschiedet, dieser Schmog!
6. Mai 2012
Theo-rie.
Gelegentlich kommt es vor, dass jemand mich auf der Straße anspricht. Wegen dem Hundchen. ‘Ach, das ist ja ein ganz lieber. Was, wie alt. Na, dafür hält er sich aber prima. Ach, Pittbull, ja? Die armen Tiere, was man denen nicht alles angetan hat. Also, ich sehe sie ja öfter mit Ihrer Familie. Ganz reizend. Und der Hund erst, also bababababa …’
Und manchmal bedauere ich es, unheilbar freundlich zu sein. Ich lächele und bringe ein sagenhaft peinliches Smal-Talk-Prozedere hinter mich, für das ich mich jedes Mal schäme.
Mein Mann hat mir erst gestern den passenden Tip gegeben. Er meint, die richtige Antwort würde sich etwa so anhören:
‘Ich hätte den verdammten Köter längst um die Ecke gebracht, wenn ich hoffen dürfte, damit durchzukommen. Die Kinder nerven und meinen Mann kann ich auch nicht leiden. Schönen Tag noch.’
5. Mai 2012
Blasentee.
Neuerdings auch als Blasensaft mit Eis erhältlich. Auf was die Leute so kommen wenn sie glauben, alles Nützliche sei schon erfunden worden. Zum Beispiel eben auf knuffige kleine Alginatkugelnaus Fruchtsaft. Nutzlos, viel zu mehlig, aber eben trendy.
Einen gewissen Unterhaltungswert haben die Dinger aber doch, das muss ich neidlios zugeben. Die Kleine hat sich heute eine halbe Stunde lang damit amüsiert, die ungewohnt weichen Perlen durch den gigantischen Trinkhalm zu saugen und wieder auszuspucken. Der Ordnung halber hat sie sie danach gewissenhaft abgelutscht und duch denselben Halm wieder in den eimerartigen Plastikbecher fallen lassen. Bis sie rausbekommen hat, dass sie das Zeug auch getrost verputzen kann. Da wurde die Jagd gleich noch spannender.
Es gab zwar eine fürchterliche Sauerei im Kinderwagen, aber alleine ihre Mimik wars auf jeden Fall wert.
4. Mai 2012
Weisheit des Tages:
‘Nichts kann so unheimlich sein, wie das Gewöhnliche,
und nichts so gefährlich wie das augenscheinlich Harmlose.’
3. Mai 2012
Ich würde gerne mal wieder ins Kino gehen. The Avangers oder so. Keine Ahnung, ob der Film gut ist. Das werde ich wohl erst erfahren, wenn er auf Video, bzw. DVD, erscheint.
Unseren letzten geplanten Kinobesuch haben wir geradezu kriminell gut vorbereitet, bis hin zu einer Auswahl von Getränken für den Babysitter. Ich weiß gar nicht mehr, was genau dazwischen gekommen ist. Muss ich aber auch gar nicht. Es wird immer etwas dazwischen kommen bis die Kinder alt genug sind, um ihre eigene Steuererklärung auszufüllen.
Vielleicht sollte ich anfangen, meine eigenen Filme zu drehen.
‘Gine goes to Hollywood’ mit Armin Mueller-Stahl in der Hauptrolle. Ein rockiges Langzeitabenteuer mit experimentellen Schlafeinspielungen und klaustrophobischen Albträumen über Windelausschlag. Irgend so was.
Schlaft schön.
2. Mai 2012
Fahrschule.
Ich erinnere mich noch an ein paar von den Lieblingssprüchen meines Fahrlehrers:
‘Ja, Du musst an einem Zebrastreifen anhalten wenn ein Fußgänger die Fahrbahn überqueren möchte. Aber Du bist NICHT dazu verpflichtet, auszusteigen und eine alte Dame zu entführen, die Du rüber bringen kannst. Also in Gottes Namen, FAHR endlich!’
‘Du, sag mal, hast du Geld dabei? Ja? Trifft sich gut. Dann suchen wir jetzt einen Blumenladen und du besorgst einen Kranz für den armen Radfahrer, den Du gerade beim Rechtsabbiegen übersehen hast.’ (Da war keiner, aber WENN einer da gewesen wäre hätte der arme Kerl das sicher bereut.)
‘Warum ich das Fenster runter kurbel möchtest du wissen? Damit ich den Arm austrecken und winken kann. Irgendwie müssen die Autofahrer hinter Dir ja erfahren, dass Du abbiegen willst. Und wo wir schon dabei sind: Was hast Du eigentlich gegen den Blinker?’
Danke Vlado, ich habs bis heute nicht vergessen.
1. Mai 2012
Ein wundervoller Tag heute. So friedlich. Warm und sonnig. Der Himmel strahlend blau.
Köter hat zur Abwechslung meinen Mann früh um 5 aus dem Bett getrommelt und nicht mich. Die Kinder mussten wir heute praktisch ausgraben, um sie zum Aufstehen zu bewegen. Schlafen bis um halb 8, was für ein Luxus.
Gut, nach dem Frühstück haben wir bemerkt, dass der Kleine vermutlich Scharlach hat und das Mädchen die Windpocken, aber irgendwas ist ja immer …
